REFA Industrial Engineer

Innovationszyklen werden kürzer, Entwicklungszeiten von Produkten und Dienstleistungen nehmen ab, die Veränderungsgeschwindigkeit in allen Wirtschaftsbereichen steigt. Unternehmen im Wettbewerb dürfen in diesem beschleunigten Wandel nichts dem Zufall überlassen. Gefragt ist hier der Industrial Engineer, der als professioneller Change Manager – in der Praxis stehend und methodisch bestens ausgebildet – die Veränderungsprozesse nicht nur begleitet, sondern im Sinne der Unternehmensziele auch aktiv gestaltet.

Der Industrial Engineer benötigt neben umfassender Fach- und Methodenkompetenz auch zwingend Systemkompetenz, also die Fähigkeit, Systeme zu verstehen, zu steuern und zu verändern. Dabei gilt es auch, Chancen und Risiken von neuen Entwicklungen, Stichwort Digitalisierung/Industrie 4.0, abzuschätzen und geeignete Maßnahmen daraus abzuleiten. Da der Industrial Engineer eine Schlüsselposition zwischen der Geschäftsführung und den Mitarbeitern einnimmt, muss er ferner auch Sozial- und Führungskompetenz besitzen.

Die neu entwickelte Ausbildung zum REFA-Industrial-Engineer ist genau auf diesen Bedarf zugeschnitten. Ihre Absolventen sind bestens gerüstet, die neuen Herausforderungen anzunehmen – innovativ, dynamisch und leistungsstark.

REFA-Industrial-Engineer

Produktivitätsmanagement – Personal
Gesellschaftliche und technische Rahmenbedingungen prägen die Entwicklung der Arbeitswelt und damit auch die Anforderungen an die Arbeits- und Betriebsorganisation. Die wachsenden Flexibilitätsanforderungen an die Unternehmen sowie die zunehmende Veränderungsgeschwindigkeit erfordern ganzheitliche Lösungsansätze. Deren Entwicklung und Umsetzung ist eine wichtige Aufgabe des Industrial Engineering. Gerade in Zeiten des Wandels ist ein systematisches Personalmanagement nach REFA-Standard erforderlich, das die Ansprüche der Unternehmen an die Produktivität sowie die Ansprüche der Mitarbeiter an ihre Arbeit und das Arbeitsumfeld in Einklang bringt.

Seminarinhalte

  • Aktuelle Megatrends in der Arbeitswelt
  • Humanorientiertes Produktivitätsmanagement
  • Anforderungen an das Industrial Engineering
  • Produktivitätsfaktoren im Unternehmen
  • Aufgaben und Ziele des Personalmanagements
  • REFA-Standard „Strategisches Personalmanagement“
  • Kapazitäten im Arbeitssystem
  • Ermittlung von Kapazitätsbestand und -bedarf
  • Personalerhaltung – Handlungsfelder
  • Fallbeispiel zum Personalmanagement
  • Abschlussprüfung (Verständnisfragen plus Bewertung der Mitarbeit im Seminar und der Bearbeitung der Fallbeispiele)

Produktivitätsmanagement – Fabrik-, Betriebsmittel- und Logistikplanung
Wenn es gilt, Fabriken, Betriebsstätten und Materialflüsse effizient und wirtschaftlich zu gestalten, kommt die ganzheitliche Sichtweise im Industrial Engineering zum Tragen. Damit können Verbesserungspotenziale identifiziert und bewertet sowie geeignete Maßnahmen zu deren Erschließung ausgewählt werden. Lernen Sie in diesem Seminar, welche hochwirksamen Konzepte, Methoden und Werkzeuge Sie beim Management von Betriebsmitteln und Aufträgen auch in Ihrem Unternehmensumfeld anwenden können.

Seminarinhalte

  • Fabrikprozesse und -systeme
  • Fabriklebenszyklen – Planungsobjekte und -ebenen
  • Methoden der Fabrik- und Betriebsstättenplanung
  • Management von Betriebsmitteln
  • Kapazitäts- und Technologiemanagement – kapazitive Auslegung von Betriebsmitteln
  • Instandhaltungsmanagement und Total Productive Management (TPM)
  • Gestaltung des Materialflusses und der Intralogistik – Produktions- und Lagerlogistik
  • Qualitätsmanagement
  • Fallbeispiel – Konzipierung und Umsetzung von Anwendungsszenarien
  • Abschlussprüfung (Verständnisfragen plus Bewertung der Mitarbeit im Seminar und der Bearbeitung der Fallbeispiele)

Gestaltung stabiler Prozessketten
Konzerne wie auch KMU stehen vor der Herausforderung, trotz hoher Variantenvielfalt und anspruchsvoller Flexibilitätsvorgaben, stabile Prozesse zu planen und zu realisieren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sowohl in der Fließ- als auch in der Werkstattfertigung diesen Herausforderungen begegnen und systematisch Prozesse analysieren, gestalten und verbessern können. Der Fokus des Seminars liegt dabei auf dem strategischen Einsatz von Methoden des Lean Managements. Durch deren stetige Anwendung anhand eines durchgängigen Fallbeispiels bauen Sie Kompetenzen auf, die Sie direkt in Ihrem Unternehmen anwenden können.

Seminarinhalte
Analyse von Arbeitssystemen

  • Grundlegende Gesetzmäßigkeiten in Arbeitssystemen
  • Wertstromanalyse und -design
  • Variabilität und Stabilität – Auswirkungen auf den Wertstrom
  • Engpassorientierung
  • Gestalten und Steuern von Arbeitssystemen
  • Wertstrom- und Prozessplanung – Planungssystematiken

Produktionsplanung und -steuerung

  • Verfahren der Leistungsabstimmung
  • Gestalten der Produktionsstruktur – Materialfluss­beziehungen
  • Gestalten von Puffern
  • Prinzipien der Produktionsplanung und -steuerung

Systematische Prozessverbesserung

  • Verfahren der Auftragsfreigabe
  • Verfahren der Kapazitätssteuerung
  • Fallbeispiel zur Gestaltung stabiler Prozesse in der ­Produktion
  • Abschlussprüfung (Verständnisfragen plus Bewertung der Mitarbeit im Seminar und der Bearbeitung der Fall­beispiele)

Gestaltung von ganzheitlichen Unternehmenssystemen
Die strategische Unternehmensentwicklung stellt eine wesentliche Managementaufgabe dar. Ganzheitliche ­Unternehmenssysteme (GUS) bieten dafür einen idealen Handlungsrahmen. Der Industrial Engineer nimmt hier aufgrund seiner Methodenkompetenz bei der Gestaltung von ganzheitlichen Unternehmenssystemen eine wichtige Funktion ein. In diesem Seminar wird ein GUS erarbeitet und Schritt für Schritt mit dem REFA-Standard „Ganzheitliches Unternehmenssystem“ sowie dem gezielten Einsatz von Tools an einem Beispielunternehmen umgesetzt.

Seminarinhalte

  • Ordnungsrahmen des Industrial Engineering – Merkmale
  • Aktuelle Produktionssysteme – Toyota-Produktionssystem, Ganzheitliches Produktionssystem nach VDI 2870, REFA-Produktionssystem
  • Balanced Scorecard als Führungs- und Zielsystem
  • Ganzheitliches Unternehmenssystem (GUS) nach REFA
  • REFA-Standard „Ganzheitliches Unternehmenssystem“
  • SWOT-Analyse als Basis für die Einführung eines GUS
  • „Bedrohungsanalyse“ – Analyse von externen und internen Einflussfaktoren auf das Unternehmen
  • Vision und Unternehmensgrundsätze
  • Checklisten zur Erarbeitung von Unternehmensvisionen und -zielen
  • Controlling als Teil eines Managementsystems – Scorecard, Projektblätter
  • Implementierung eines Managementsystems in ein GUS nach REFA
  • Industrial-Engineering-Funktion bei der Erarbeitung und Umsetzung eines GUS
  • Fallstudien zu den Schritten des REFA-Standards
  • Abschlussprüfung (Verständnisfragen plus Bewertung der Mitarbeit im Seminar und der Bearbeitung der Fall­beispiele)

Managementtechniken und Führungskompetenz
Als strategisch und planerisch tätige Führungskraft sind Sie mit Managementaufgaben im Industrial Engineering betraut und tragen Projektverantwortung. Von Ihnen wird erwartet, dass Sie Ihre Mitarbeiter für das Erreichen der gesteckten Ziele motivieren, sie gleichsam fordern und fördern. Dennoch laufen bei Ihnen die Fäden zusammen. Ihnen obliegt es, das Projektgeschehen zu koordinieren. In diesem Seminar erlernen Sie die Techniken und Instrumente, um Führungsaktivitäten zielgerichtet durchzuführen und Projekte strategisch zu steuern. Mit der Kenntnis über grundlegende Regeln des Arbeitsrechts schaffen Sie die Basis, um Ihre Personalverantwortung souverän wahrzunehmen.

Seminarinhalte

  • Führung als Erfolgsfaktor
  • Grundlegende Rechtsquellen und Gesetze
  • Rechtliche Verantwortung der Führungskraft
  • Führungsstile und -techniken
  • Motivierende Kommunikation
  • Mitarbeitergespräche
  • Dialogische Konfliktlösung
  • Teamentwicklung
  • Projektphasen und Projektorganisation
  • Management von Projekten
  • Projektcontrolling
  • Fallbeispiele
  • Abschlussprüfung (Verständnisfragen plus Bewertung der Mitarbeit im Seminar und der Bearbeitung der Fall­beispiele)

Management der Digitalen Transformation – Industrie 4.0
An der Digitalen Transformation und dem häufig als Industrie 4.0 bezeichneten Paradigmenwechsel kommen ­Unternehmen nicht vorbei, wenn sie auch in Zukunft wettbewerbsfähig sein wollen. Für diesen Transformations­prozess ist jedoch eine systematische arbeitsorganisatorische Gestaltung erforderlich. Hierfür kommt der neue REFA-Standard „Industrie 4.0“ zum Einsatz, mit dem Sie auf die Anforderungen Ihres Unternehmens ausgerichteten Lösungen der Industrie 4.0 identifizieren sowie deren Einführung und Betrieb effizient und nachhaltig realisieren können. Erwerben Sie in diesem Seminar die strategische Handlungskompetenz, Ihre Systeme und Prozesse durch Einsatz des REFA-Standards und mithilfe aktueller Lösungen der Industrie 4.0 ganzheitlich zu gestalten.

Seminarinhalte

  • Begriffliche und technologische Grundlagen
  • REFA-Standard „Industrie 4.0“
  • Handlungsfelder der Digitalen Transformation
  • Bewertungsstatistik zur Bedarfsanalyse
  • Zielgerichtete Strategien für Einsatz und Betrieb von Industrie 4.0
  • Management von Smart Data
  • Gestaltung von Anwendungsszenarien
  • Rechtliche und organisatorische Aspekte für die ­Um­setzung
  • Fallbeispiele

Industrial Engineering in der Praxis – REFA-Modellfabrik
Steigende Flexibilitäts- und Kundenanforderungen stellen die Verantwortlichen bei der Neuausrichtung eines Unternehmens und der Integration neuer Produktvarianten vor anspruchsvolle Herausforderungen. Hier ist die Methoden- und Handlungskompetenz des Industrial Engineers gefragt. In den Seminaren der Ausbildung „REFA-Industrial-Engineer“ wird ein umfassendes Methodenwissen vermittelt, das jetzt in der REFA-Modell­fabrik anhand eines ganzheitlichen Anwendungsbeispiels in die Praxis umgesetzt wird. Erst die Anwendung des ­Methodenwissens im Kontext eines Produktionshochlauf-Szenarios führt zu einer hohen Handlungskompetenz und befähigt Sie dazu, in komplexen, interdisziplinären Situationen schnell zielgerichtete Entscheidungen für Ihr Unternehmen zu treffen.

Seminarinhalte

  • Zielkaskadierung
  • Analyse und Bewertung von bestehenden Arbeitssystemen
  • Konzeption eines Arbeitssystems
  • Kapazitätsauslegung und Leistungsabstimmung
  • Layout- und Materialflussplanung
  • Arbeitsplatzgestaltung
  • Gestaltung der Materialbereitstellung
  • Aufbau und Durchführung eines Shopfloor-Managements
  • Kommunikation in Konfliktsituationen und bei ­Veränderungen
  • systematische Verbesserung

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Broschüre REFA-Industrial-Engineer